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EU-Delegation zu Gast in Nordstadt

Die Delegation aus zehn verschiedenen EU-Staaten wurde in der Nordstadt von den Projektbeteiligten empfangen.
Die Delegation aus zehn verschiedenen EU-Staaten wurde in der Nordstadt von den Projektbeteiligten empfangen.

In dieser Woche war eine Delegation aus zehn verschiedenen EU-Ländern zu Besuch in der Nordstadt und hat sich vor Ort ein Bild von der Projektarbeit im EU-Vorzeigeprojekt „Vielfalt (er)leben“ gemacht.

Aktuell findet in Hannover eine mehrtägige EU-Konferenz mit über 300 Teilnehmenden statt. Eine kleine Delegation dieser Konferenz nutzte die Gelegenheit für einen Abstecher nach Hildesheim.
Das Projekt „Vielfalt (er)leben“ wird von der Stadt Hildesheim in Kooperation mit Cluster ambulante Jugendhilfe, dem Verein Cluster und dem Verein FuNah angeboten. Es wird im Rahmen des EU-Förderprogramms Asyl-, Migration- und Integrationsfonds über drei Jahre (2023-2025) mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Ziel des Projektes ist es die gesellschaftliche Integration, soziale Teilhabe und Bildungschancen von Personen aus nicht-EU-Ländern (sogenannten „Drittstaaten“) zu erhöhen. Der Schwerpunkt bei dem Projekt liegt dabei auf den Entwicklungsperspektiven von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern.

Im Rahmen des Besuches der EU-Delegation wurde die Arbeit der fünf größten Projektteilmaßnahmen vorgestellt. Zielgruppe der ersten Teilmaßnahme „Bildungscoaches“ sind die Allerkleinsten und ihre Eltern. Durch eine ausgebaute, bedarfsorientierte Elternarbeit in fünf Nordstädter Kitas wird mit Hilfe sogenannter „Bildungscoaches“ die Bildungschancen der Kita-Kinder gestärkt. Bei FuNah #bewegt liegt der Fokus auf dem gesundheitsfördernden Aspekt: in diesem offenen, täglichen Lern- und Bewegungsangebot für Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren steht auf dem Soccer Court Bischofkamp der Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Mit der Teilmaßnahme „Offene Kinder und Jugendarbeit für Drittstaatsangehörige“ wird das Angebot der offenen Arbeit im Kinder- und Jugendhaus Nordstadt erweitert. Dies reicht von höheren Personal-Kapazitäten für die Beziehungsarbeit über eine Fußballgruppe für Mädchen in der Turnhalle der Grundschule Nord bis hin zu Kinder- und Jugendferienfreizeiten. An junge Erwachsene von 16 bis 27 Jahre richtet sich das Angebot von Fitness im Viertel Nordstadt.

Dieses kostenfrei zu nutzende Fitnessstudio in der Steuerwalder Straße fungiert als Begegnungsstätte für junge Menschen sowie als Anlaufstelle für soziale und sportpädagogische Jugendarbeit. Komplettiert wird dieser Maßnahmenstrauß vom Teilprojekt „Interkulturelle und interreligiöse Verständigung“. Ziel ist die Förderung des sozialen und kulturellen Miteinanders in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Vor allem das Zusammenleben einer großen muslimischen Minderheit in Hildesheim (etwa zehn Prozent der Stadtbevölkerung) auf Augenhöhe mit einer mehrheitlich christlich geprägten Stadtbevölkerung (etwa 50 Prozent) steht dabei im Vordergrund.

„Nur durch die umfangreichen EU-Fördermittel können wir in der Nordstadt das facettenreiche Angebot des Projekts ‚Vielfalt (er)leben‘ umsetzen. Dadurch wird zumindest zum Teil die strukturelle Benachteiligung von (neuzugewanderten) Drittstaatsangehörigen in Hildesheim ausgeglichen. Und wir nähern uns mit kleinen Schritten den Idealen ‚Chancengleichheit‘ und ‚Bildungsgerechtigkeit‘ und stärken damit mittelfristig den Standort Hildesheim,“ fasste Teresa Daubenmerkl, Vielfalt (er)leben-Projektleiterin und Sozialplanerin der Stadt Hildesheim die Ziele des Projekts für die Besucherinnen und Besucher zusammen.

Foto: oh/Stadt Hildesheim