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Vielfalt entdecken und erleben: UNESCO-Welterbetag am 2. Juni

Am UNESCO-Welterbetag soll nicht nur die tägliche Funktion der Welterbestätten hervorgehoben werden, sondern auch ihre Rolle als Vermittler der UNESCO-Idee gestärkt werden.

Spannende und kostenfreie Angebote in Hildesheim.

Am UNESCO-Welterbetag soll nicht nur die tägliche Funktion der Welterbestätten hervorgehoben werden, sondern auch ihre Rolle als Vermittler der UNESCO-Idee gestärkt werden. Am Sonntag, den 2. Juni, laden die deutschen Welterbestätten auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des Vereins UNESCO-Welterbestätten Deutschland anlässlich des UNESCO-Welterbetages zum Erkunden, Experimentieren und Lauschen ein. Auch in Hildesheim erwartet Besuchende rund um die Welterbestätte Dom und St. Michaelis wieder ein spannendes und umfangreiches Angebot. Auch für die Jüngeren gibt es etwas zum Erkunden, Basteln und Bauen. Das Programm beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Dom und St. Michaelis.

St. Michaelis bietet von 11.30 bis 16 Uhr als besonderes Angebot für Kinder und Familien die Aktion „Wir gehen auf Entdeckungsreise durch den Kirchenraum, gestalten das kostbare Kreuz Bischof Bernwards und bauen sogar selbst eine Orgel!“. Die Michaelisstiftung Hildesheim informiert von 11:30 bis 16 Uhr über die Ziele der für die Kirche so wichtigen Stiftungsarbeit und geht dabei besonders auf die Aspekte „Bausubstanz erhalten – Spiritualität fördern – Kulturerbe wahren“ ein. In diesem Jahr findet jeweils um 14 und 16 Uhr wieder die beliebte Führung „Mit den Augen des Mönchs“ statt. Hier erleben Teilnehmende, dass das Leben eines Mönchs alles andere als langweilig ist und erkunden die Geschichte des Michaelisklosters und das Leben der Mönche in der ehemaligen Klausur. Für diese Führung ist eine vorherige Anmeldung untermoenchinmichael@gmail.com notwendig. Wer am diesjährigen Foto-Walk durch St. Michaelis teilnehmen möchte, muss sich ebenfalls (bis zum 1. Juni) vorab unter kotlenga@michaeliskirche-hildesheim.de anmelden. Mit dem Fotografen Jens Kotlenga wird dann um 14 Uhr für 90 Minuten St. Michaelis erkundet und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Eine eigene Kamera muss mitgebracht werden.

„Eine himmlische Perspektive“ erleben Besuchende um 12:15 und 13:15 Uhr: Vom Liegestuhl aus kann die romanische Bilderdecke in St. Michaelis bestaunt werden. Jeweils um 12 und 13 Uhr können sonst nicht zugängliche Räume entdeckt werden. Unter dem Titel „1.000 Jahre St. Michaelis“ wird um 15 Uhr die Geschichte von der Klosterkirche zum Welterbe-Denkmal beleuchtet. Um 17 Uhr musiziert dann der Posaunenchor St. Michaelis fröhlich, festlich und beschwingt auf den Stufen der Michaeliskirche. Auch der Dom bietet ein vielfältiges Programm für ihre Besucherinnen und Besucher. Im Gespräch mit den Domführerinnen und –führern erfahren Gäste Wissenswertes über berühmte Schätze und unbekannte Details des Welterbes. Um 15:30 Uhr findet ein Konzert im Dom mit dem Ensemble „C2O – cello x cello x orgel“ statt. Drei Musiktreibende zeigen extreme Reaktionsfähigkeit im Zusammenspiel, vor allem jedoch große Spielfreude und Klangpracht.

Im Dommuseum eröffnet die Führung „Gemeinsame Geschichte“ um 11 Uhr einen neuen Blick auf die Kunstwerke des Domschatzes und zeigt an ihnen vielfache kulturelle Verflechtungen auf. Geheimnisse rund um die Schätze des Welterbes lüften die Museumsführerinnen und –führer von 13 bis 16:30 Uhr in ihrer Sprechstunde. Am Nachmittag wird es kreativ: Mit kleinen Zeichenübungen (Etüden) findet eine achtsame Annäherung an ausgewählte Kunstwerke der Sammlung statt. Außerdem können im Dommuseum unterschiedliche zeichnerische Zugangsweisen an ein Kunstwerk kennengelernt und erprobt werden. Zeichnen im Dommuseum wird in Kooperation mit dem Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim angeboten. Für Kinder wird der Workshop „Druckwerkstatt“ angeboten, bei dem Stempel hergestellt und Stoffbeutel gestaltet werden.

In der Dombibliothek dreht sich alles um die Vielfalt des Schreibens. Zusammen mit der HAWK werden Interessierte aller Altersgruppen von 10 bis 16 Uhr in die Geheimnisse der Tintenherstellung eingewiesen. Rosentinte und weitere können bei Schreibübungen erprobt und ihre Rezepte zum Nachkochen mitgenommen werden. Besondere Schriftbeispiele aus alten Büchern zeigen, wer wie womit zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben hat. Weiterhin wird es zwei Führungen in der Dombibliothek geben. Eine Führung gibt einen allgemeinen Blick hinter die Kulissen und zu den Schätzen der Magazine (11 bis 12 Uhr) und in der zweiten Führung (14:30 bis 15:30 Uhr) werden Originale gezeigt, die aus konservatorischen Gründen nicht ganztägig im offenen Angebot im Foyer gezeigt werden können.

Zum Welterbetag öffnet auch das Bistumsarchiv seine Tür von 11 bis 16 Uhr und gibt spannende Einblicke. Hier darf in so manchen Unterlagen gestöbert werden – unter anderem auch in Kirchenbüchern. Besuchende erfahren zudem, wie vielfältig die Herausforderungen infolge seiner Neuaufstellung für das Bistumsarchiv vor genau 200 Jahren waren. Gemeinsam mit der Stadtführer-Gilde entdecken Teilnehmende das Hildesheimer UNESCO-Welterbe. Unterwegs erfahren sie Wissenswertes über Entstehung und Ziele der internationalen Konvention zum Schutz der Kultur und Naturerben der Welt, über die Kriterien der Vergabe und den außergewöhnlichen universellen Wert der Hildesheimer Welterbestätten. Die Führungen starten um 12 und um 14 Uhr am Domhof.

Für all diejenigen, die einen Blick von oben auf das UNESCO-Welterbe werfen möchten, findet von 11 bis 12 Uhr ein kostenfreier Aufstieg auf den St.-Andreas-Kirchturm statt. Das komplette Programm für den UNESCO-Welterbetag in Hildesheim ist unter https://www.hildesheim-tourismus.de/welterbetag einsehbar. Änderungen sind vorbehalten.

Fotos: oh/Max Wiesenbach