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Friedensnobelpreisträgerin hält Hildesheimer Friedensrede

Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Irina Scherbakowa hält die Hildesheimer Friedensrede.

Auch in diesem Jahr erinnert die Stadt Hildesheim am 22. März an die Zerstörung der Hildesheimer Innenstadt durch die alliierten Luftangriffe 1945 und nimmt in dem Zuge bereits zum achten Mal unter dem Titel „Hildesheimer Friedenstag“ die Wahrung des Friedens in der Gesellschaft in den Blick. In diesem Jahr wird der Hildesheimer Friedenstag besondere Aufmerksamkeit auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den sozialen Frieden in Deutschland legen. Diese Schwerpunktsetzung begründet Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer: „Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist die Grundlage für das Miteinander in einem demokratischen Staat. Der aktuelle Krieg im Nahen Osten infolge des Terrors der Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023 hat die Stimmung in Deutschland aufgewühlt und stellt den Zusammenhalt in unserem Land besonders auf die Probe. Nicht nur die weltpolitischen Ereignisse beunruhigen viele Menschen, auch das jüngste Treffen von Rechtsextremisten in der Nähe von Potsdam, bei dem Remigrationspläne für Millionen Menschen diskutiert wurden, offenbart Risse in der Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass wir am Hildesheimer Friedenstag dazu aufrufen, für freiheitliche demokratische Werte einzustehen.“

Ein zentraler Bestandteil des Friedenstags ist die „Hildesheimer Friedensrede“. Nach dem Umweltaktivisten Felix Finkbeiner, der Schriftstellerin Shida Bazyar, dem früheren Ministerpräsidenten David McAllister, Bischof Heiner Wilmer, der Sozialpsychologin Pia Lamberty sowie der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Dr. Katarina Barley, konnte mit der Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial“ Prof. Dr. Irina Scherbakowa die im Jahr 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, erneut eine hochkarätige Festrednerin gewonnen werden. „Irina Scherbakowa wirkt seit Jahrzehnten an der Aufklärung von Verbrechen im Stalinismus mit und setzt sich unermüdlich für den Schutz von Menschenrechten ein. Wenngleich die von ihr mitgegründete Menschenrechtsorganisation ‚Memorial‘ in Russland verboten wurde, engagiert sie sich weiterhin für die Menschenrechte in ihrem Heimatland Russland. Irina Scherbakowa weist in zahlreichen Vorträgen immer wieder auf die besonderen Werte von Freiheit und Demokratie hin. Diese Botschaften sind ebenjene, die wir mit dem Hildesheimer Friedenstag verknüpft sehen. Ich freue mich daher sehr, dass sie die diesjährige Hildesheimer Friedensrede hält“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Zum Hildesheimer Friedenstag

In Kooperation mit den Hildesheimer Hochschulen, der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und dem Verein „Hildesheim blüht auf“ richtet die Stadt Hildesheim alljährlich am 22. März, den „Hildesheimer Friedenstag“ aus, um an die Zerstörung der Stadt im Jahr 1945 zu erinnern und gleichzeitig den Blick auf die Friedenswahrung in Gegenwart und Zukunft zu richten. Der „Hildesheimer Friedenstag“ beginnt auch in diesem Jahr um 13.10 Uhr, wenn zum Zeitpunkt des Bombardements 1945 für einige Minuten die Kirchenglocken in der Stadt läuten. Im Anschluss wird in der Bürgerkirche St. Andreas an die Zerstörung der Stadt erinnert, bevor der „Hildesheimer Friedenspreis“ an eine Einrichtung oder eine Initiative aus Hildesheim übergeben wird, die sich in ihrem Wirkungs- und Arbeitsbereich in besonderer Weise für ein friedliches Zusammenleben einsetzt. Zentraler Höhepunkt ist schließlich die Hildesheimer Friedensrede, die in Zeiten zunehmender Radikalisierungs- und Abgrenzungstendenzen Menschen sensibilisieren und darin bestärken soll, für demokratische Werte, Toleranz und Respekt einzutreten.

Foto: oh/Stadt Hildesheim