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Stadt gedachte der Opfer des Holocaust

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – den Ort, der wie kein anderer für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte steht. Seit 1996 ist dieser Tag bundesweit ein gesetzlich verankerter Gedenktag, an dem auch die Stadt Hildesheim an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung aus Rücksichtnahme auf den Schabbat vorverlegt und fand daher bereits am 26. Januar im Rathaus unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit statt.

 

„Es ist an uns, uns gegen jede Form von Diskriminierung, Gewalt und Intoleranz zu stellen und für eine Welt des Friedens und der Solidarität einzutreten. Und genau deswegen müssen wir nach wie vor und immer wieder auf die Spuren dieses Unrechts aufmerksam machen. Damit zum einen die Geschehnisse dieser Zeit und ihre Opfer nicht vergessen werden und zum anderen, damit wir auch das heutige Handeln immer wieder aufs Neue reflektieren“, soOberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, der in seiner Rede auch auf die Bedeutung solcher Gedenktage mit Blick auf das aktuell bekanntgewordene Treffen rechter Kreise zur „Remigration“ von Millionen Menschen aus Deutschland hinwies. „Das weckt nicht nur Erinnerungen an das schwärzeste Kapitel unseres Landes, sondern gefährdet auch unsere Demokratie. Beides geht gar nicht und wir alle sind aufgerufen, solchem Gedankengut entschieden entgegenzutreten!“

Aber auch ein weiteres aktuelles Ereignis zeige, welche Bedeutung der Erinnerung an den Holocaust zukomme: „Wie wichtig und dringlich auch knapp 78 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz die wirksame Bekämpfung von Antisemitismus – also von Judenfeindlichkeit – ist, führen uns die schrecklichen Ereignisse in Israel vor Augen. Seit dem brutalen Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel, hat die Zahl antisemitischer Anfeindungen und Taten in Deutschland deutlich zugenommen. Wir müssen dieser Entwicklung mit Aufklärungsarbeit begegnen: In den Familien, in den Schulen oder eben auch öffentlich durch Veranstaltungen wie dieser.“

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung berichteten Markus Roloff und Klaus Schäfer von der Volkshochschule Hildesheim über das Projekt „Vernetztes Erinnern“. Sven Abromeit vom Hildesheimer Geschichtsverein hielt einen Vortrag über „Selma, Hans und Herbert Leeser – die vergessene Familie des Ehrenbürgers: bedrängt, ins Exil und in den Selbstmord getrieben“. Zudem berichteten Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs des Gymnasium Mariano-Josephinum über ihre Aktion zur Reinigung von Stolpersteinen im Stadtgebiet, an der sich auch andere Hildesheimer Schulen beteiligen.

Die musikalische Umrahmung gestaltete die Musikschule Hildesheim: Danny Januszkiewicz (Stipendiat der Leester-Musikschul-Stiftung, Piano) spielte gemeinsam mit seinem Vater Mariusz Januszkiewicz (Violine).

Foto: oh/Stadt Hildesheim