Montag, Juni 17Nachrichten rund um Hildesheim
Shadow

Landkreis Hildesheim plant Anteile der Volkshochschule Hildesheim zu übernehmen

Die Volkshochschule Hildesheim gGmbH (VHS) steht vor einer bedeutenden Neuausrichtung: Derzeitige Gesellschafter der VHS sind jeweils zu 50 Prozent die Landkreis Hildesheim Holding GmbH und der Verein Volkshochschule Hildesheim e.V.. Die Stadt Hildesheim hat über den Verein zur Finanzierung der VHS beigetragen, der Landkreis Hildesheim über seine Holding. Der Landkreis Hildesheim plant nun, die Gesellschafteranteile dieses Vereins vollständig zu erwerben. Damit rückt die VHS in den alleinigen Verantwortungsbereich des Landkreises. Der zum Verkauf stehende Anteil des Vereins an der VHS in Höhe von 50 Prozent sollte ursprünglich zu 26 Prozent von der Stadt und zu 24 Prozent vom Landkreis übernommen werden. Zu diesem Vorhaben wurden jedoch seitens des Niedersächsischen Innenministeriums Bedenken geäußert. Gemeinsam arbeiteten Stadt und Landkreis daraufhin in den vergangenen Tagen an einer Lösung, um die Bedenken auszuräumen und die Zukunft der VHS langfristig für die Region zu sichern.

Der finale Plan sieht nun vor, dass der Landkreis Hildesheim den kompletten Anteil des Vereins übernimmt. Im Gegenzug wird der Verein weiterhin im Aufsichtsrat der VHS vertreten sein, um auch nach der Übernahme durch den Kreis Einfluss auf die Geschicke der VHS nehmen zu können. Die Fraktionsvorsitzenden von Kreistag und Stadtrat sind über die geplanten Schritte informiert. „Unser Ziel ist es, die VHS als wichtigen Bildungsträger in unserer Region zu stärken und ihre Arbeit im Sinne der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu sichern,“ betont Landrat Bernd Lynack die Entscheidung. Auch Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer ist zufrieden: „Ich bin sehr froh darüber, dass nun eine tragfähige Lösung gefunden wurde, welche die Zukunft der VHS als wichtigen Bildungsträger unserer Region langfristig sichert. Der Einfluss der Stadt Hildesheim bleibt auch ohne Beteiligung durch ein vom Verein zu benennendes Aufsichtsratsmitglied erhalten und die einseitige Finanzierungsbelastung der Stadt ist endlich beendet.“
Über die Sommermonate wird nun in der Kreisverwaltung ein neues Vertragswerk zur Übernahme der Anteile ausgearbeitet, der im Spätsommer im Kreistag beschlossen werden soll.

Zum Hintergrund:
Die bisherige Eigentümerstruktur des Unternehmens bringt erhebliche wirtschaftliche Nachteile mit sich. Aufgrund der Beteiligung eines Vereins als Gesellschafter geht das Finanzamt von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus. Dies führt dazu, dass das Finanzamt jährlich Steuern in Höhe von 300.000 Euro erhebt, was für ein dauerdefizitäres Unternehmen eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt. durch die Umstrukturierung der Gesellschaft sollen diese steuerlichen Belastungen entfallen.

Foto: oh/adobe stock