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Einbruch im Roemer- und Pelizaeus-Museum

Der Umbau der China-Ausstellung verhinderte noch größeren Schaden.

Trotzdem droht dem Museum ein großer Verlust.

Bei dem Einbruch in die China-Ausstellung des RPM in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2023 hätten noch mehr Objekte entwendet werden können. 

Weil die betroffene Ausstellung bereits größtenteils ausgeräumt war, befanden sich nur noch drei Objekte im Ausstellungsraum. Die gestohlenen Stücke datieren ins 14. bis 18. Jahrhundert und stammen aus kaiserlichem Kontext. Die Ausstellung befand sich im Umbau, weil weite Teile der gezeigten Objekte in die neue Dauerausstellung „Es ist angerichtet“ integriert werden sollen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RPM sind fassungslos und zutiefst betroffen. Mehr als um den finanziellen und materiellen Schaden trauert das Museum um den ideellen Verlust: Die gestohlenen Objekte stammen aus der berühmten Sammlung von Ernst Ohlmer und wurden zwischen 1872 und 1880 von ihm in China erworben. Besonders schmerzlich ist der Verlust der beiden Kerzenleuchter aus Blauweiß-Porzellan. Sie sind eins von drei Paaren, die weltweit bekannt sind.

Der Einbruch war bereits der dritte Vorfall dieser Art im Jahr 2023. Im März gab es einen Einbruch im Keramik-Museum Princessehof im niederländischen Leeuwarden und im September im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln. In beiden Fällen wurden wie auch dieses Mal sehr gut dokumentierte und auch eindeutig identifizierbare Objekte gestohlen. Auch die gestohlenen Objekte des RPM sind bereits von Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Zusätzlich zur Aufklärung des Verbrechens ist es wichtig, auf die Ausweitung von systematischem Kunstraub in Museen hinzuweisen.

Nähere Informationen zum Einbruch können aus ermittlungstaktischen Gründen zu diesem Zeitpunkt nicht veröffentlicht werden. Zum Wert der gestohlenen Sammlungsstücke kann aus versicherungstechnischen Gründen aktuell keine Angabe gemacht werden.

Foto: oh/Adobe Stock