Ein traditionsreicher Beruf setzt heute auf fortschrittliche Technik: Das macht den Reiz der Tätigkeit des Brauers und Mälzers aus.

Berufe: Brauer und Mälzer sorgen für den individuellen Charakter eines Bieres

Dass jede der in Deutschland gebrauten 5.000 Biersorten ihren eigenen Charakter besitzt, dafür sorgen Brauer und Mälzer. Sie führen nicht nur die traditionellen Zutaten zusammen, sondern bestimmen auch die individuelle Rezeptur und überwachen den Brauprozess. Darüber hinaus spielen chemische und biologische Prozesse eine wichtige Rolle bei der Bierherstellung. „Alkohol und Kohlensäure entstehen erst durch Gärungsprozesse der zugesetzten Hefe, bei denen Lagerzeit und Temperatur ausschlaggebend sind“, erklärt Peter Peschmann, technischer Geschäftsführer der Brauerei C. &. A Veltins. Brauer und Mälzer seien daher maßgeblich für die Sicherstellung der Qualität der einzelnen Marken der Brauerei verantwortlich.

Duales Bachelorstudium als Option

Im Sauerland durchlaufen Azubis in drei Jahren alle Schritte der Bierherstellung und erlernen den Umgang und den Einsatz von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Die Malzherstellung sowie das Gewinnen, Kühlen und Klären von Würze sind dabei nur ein Teil der Aufgaben. Das Vergären, Lagern und Reifen von Bier ist ebenso entscheidend wie das Filtrieren und Abfüllen des Gerstensafts. „Seit 2018 bieten wir eine Kombination der Ausbildung zum Brauer und Mälzer mit einem vierjährigen Dualen Bachelorstudium der Getränketechnologie an“, so Peschmann. Mehr Infos gibt es unter www.veltins.de. Nach einer 15-monatigen praktischen Ausbildung in der Brauerei beginnt das Studium an der Hochschule in Geisenheim. Während der Semesterferien kehren die Azubis für weitere praktische Ausbildungsschritte nach Grevenstein zurück.

Die Arbeit des Küfers: ein echter „Knochenjob“

Während heute moderne Technik die Arbeit in der Brauerei erleichtert und das Bier in Kunststoff- oder Edelstahlfässern abgefüllt wird, war die Tätigkeit eines Küfers ein echter „Knochenjob“. Der Küfer, häufig auch Böttcher genannt, war bis vor wenigen Jahrzehnten für die Herstellung, Reinigung und Reparatur der damals üblichen Holzfässer verantwortlich. Besonders das sogenannte Pichen war nicht ungefährlich. Um die Poren und Fugen des Holzes zu schließen und ein Entweichen der Kohlensäure zu verhindern, aber auch um im Fassinneren eine geschmackliche Veränderung durch den Kontakt zwischen Bier und Holz zu vermeiden, mussten Küfer die Holzfässer mit flüssigem und extrem heißem Pech auskleiden. War die dünne Schicht beschädigt, musste mühsam eine neue aufgetragen werden. (djd)

Foto: djd/Brauerei C. & A. Veltins/Jakob Studnar

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