Am Sonntag, 11. September, findet bundesweit wieder der „Tag des offenen Denkmals“ statt.

In Hildesheim steht in diesem Jahr die Burg Steuerwald unter dem Motto „KulturSpur – ein Fall für den Denkmalschutz“. Von 11 bis 16 Uhr besteht die Möglichkeit, die Burg Steuerwald zu besichtigen. Dr. Maike Kozok, Silvia Grimm und Christoph Salzmann (alle Stadt Hildesheim, Denkmalschutz) laden alle Interessierten herzlich dazu ein, im Norden Hildesheims auf Entdeckungstour zu gehen!

 

Jedes Baudenkmal ist ein wahrer Wissensspeicher und birgt sein ganz eigenes Geheimnis. Das gilt insbesondere für die ehemalige Burg Steuerwald. Sie schläft derzeit noch ein Dornröschenschlaf und soll in den nächsten Jahren wieder zum Leben erweckt werden.

 

Tatsächlich gibt die Burg noch viele Rätsel auf. Vor allem der „Palas“, ein hohes L-förmiges Gebäude, das in der Zeit zwischen 1310 und 1330 erbaut wurde, ist noch weitgehend unerforscht. Dieses Hauptgebäude der mittelalterlichen Burg, das als Wohn- und Repräsentationskomplex der Hildesheimer Bischöfe diente, war ursprünglich sehr viel größer. Im Mauerwerk aus Buntsandstein finden sich zahlreiche Spuren der vergangenen Jahrhunderte, die gedeutet und enträtselt werden wollen. Wo waren zum Beispiel die mittelalterlichen Fenster, die Kamine, die Aborterker, die es dort gegeben haben muss? Wo war das Treppenhaus oder der Eingang?

 

Aber auch mit der Großen Scheune hat sich nicht nur für Hildesheim, sondern für den gesamten norddeutschen Raum ein einzigartiges Baudenkmal von allerhöchster Bedeutung erhalten. Die Scheune besitzt noch immer ein mittelalterliches Dachwerk mit Eichenbalken, dessen Entstehung in das Jahr 1467 datiert werden konnte. Dachwerkkonstruktionen dieser Bauart und Spannweite finden sich ansonsten nur auf den großen Kirchen des Mittelalters. Vergleichbare profane Bauwerke mit einem derartig unverfälschten Charakter gibt es sonst lediglich noch in musealem Zusammenhang.

 

Die Burg Steuerwald stellt mit ihren wehrhaft angelegten Bauten den für Nord­deutschland bedeutsamen Übergang vom festen Haus zum repräsentativen adligen Wohnsitz des 15./16. Jahrhunderts dar. Sie war Dreh- und Angelpunkt der bischöflichen Macht im Hochstift Hildesheim.

 

Insgesamt weist die Burganlage – verglichen mit anderen mittelalterlichen Burgen Norddeutschlands – eine gute Erhaltung auf, was den Gebäudebestand der Gesamtanlage anbelangt.

 

Am „Tag des offenen Denkmals“ können der Palas, die Schmiede, das Herrenhaus (dort allerdings lediglich ein Keller und das „Fürstenzimmer“), die Kapelle, das Gelände der Burg, aber auch das Gelände rund um den Reitplatz besichtigt werden. Zudem führt ein Rundweg vom ehemaligen Eingang im Osten der Burg, vorbei an der barocken Scheune bis zum Gang unter dem Bergfried durch den Viehstall (Steuerstube) nach draußen. Die Denkmalschutzbehörde hat einen Informationsstand vor der Schmiede und kann Interessierten Auskunft zu den Bauten und der Geschichte der Burg geben.

 

Die Burg wird vom Reit- und Fahrverein Hildesheim als Heimstätte für circa 90 Pferde genutzt. Da am 11. September ein Turnier stattfindet, werden viele Pferde auf dem Gelände sein. Es wird daher darum gebeten, die Pferde zu respektieren und Vorsicht walten zu lassen. Der Reit- und Fahrverein sorgt für das kulinarische Wohl mit Würstchen, Kuchen, Waffeln, Popcorn etc. sowie Getränken.

 

Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Es steht am „Tag des offenen Denkmals“ noch ein Gelände der Hafenbetriebsgesellschaft im Osten zwischen Burg und Bauhof als Parkplatz zur Verfügung, der entsprechend ausgeschildert wird.

 

Weitere Informationen zum „Tag des offenen Denkmals“ sind unter www.tag-des-offenen-denkmals.de bzw. unter www.stadt-hildesheim.de erhältlich.

Foto / Flyer: Stadt Hildesheim

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