Die Stadt Hildesheim ist 2020 als eine von 40 Städten, Gemeinden und Landkreisen im Bundeswettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ ausgezeichnet worden und hat für die Umsetzung der Projektidee „Libellenflugplatz Steuerwald – schwirrendes Leben in bunter Vielfalt“ 25.000 Euro erhalten.

Um diesen herrichten zu können, war eine Reaktivierung eines verlandeten Seitenarms der Innerste, des Mühlengrabens, bei Gut Steuerwald notwendig. Die Aushubarbeiten wurden mit einem Schreitbagger und einem Schwimmbagger vorgenommen. Die Entschlammung ist inzwischen abgeschlossen, sodass nun in Kürze mit der Herrichtung des Libellenflugplatzes begonnen werden kann. Währenddessen kann das Wasser nun ungehindert durch den Altarm fließen. „Im neugestalteten Lebensraum ist mit einem Anstieg der Artenvielfalt zu rechnen und es bleibt spannend, welche Tierarten sich zuerst zeigen werden“, so Stephanie Biel (Stadt Hildesheim, Bereichsleiterin Grünflächenpflege, Wasserbau und Hochwasserschutz).

Um den Mühlengraben zu reaktivieren, war unter anderem der Einsatz eines Schreitbaggers notwendig.

Als Symbolart des Renaturierungsprojektes steht die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), die rund um das Gut Steuerwald vorkommt, stellvertretend für die Vielfalt eng miteinander verzahnter Wasser- und Landlebensräume. Aufgrund seiner Nähe zu einem Natura 2000-Gebiet hat die Innerste eine hohe Bedeutung als Trittsteinbiotop im Auenbiotopverbund. „Über eine Wiederanbindung des Altarms an die Innerste, einer Entlandung auf einer Länge von ca. 800 Metern sowie partielle Aufweitungen und Vertiefungen des Flussbettes wurde der Lebensraum für auentypische Pflanzen und Tiere wiederhergestellt“, erläutert Stephanie Biel das Projektvorhaben. Mit einem attraktiven Aufenthaltspunkt wird das renaturierte Gewässer zudem zur Erkundung und zum Verweilen einladen. Zur Information sollen zwei Schautafeln mit den Schwerpunktthemen „Wasserburg im Wandel der Zeiten“ und „Lebensraum von Biber und Libellen“ beitragen. Über ein Exkursionsangebot und eine ehrenamtliche Begleitung des Monitorings soll das Projekt zudem in die lokale Umweltbildung integriert werden. Kooperationspartner des Projekts sind der Ornithologische Verein zu Hildesheim, die BUND Kreisgruppe Hildesheim und der Sportfischer-Verein von 1904 Hildesheim e.V.. Der Gebietsbetreuer des angrenzenden Naturschutzgebietes Günther Kohrs begleitet die Entwicklung des Mühlengrabens seit vielen Jahren und unterstützt den Naturschutz tatkräftig.

Vertreterinnen und Vertreter von Stadt Hildesheim, der Naturschutzverbände, des Sportfischervereins von 1904 und Günter Kohrs (l., Jagdpächter und Naturschutzgebietsbeauftragter) freuen sich über die Möglichkeiten, die sich aus der Reaktivierung des Mühlengrabens bei Gut Steuerwald für die Umwelt ergeben.

 

Informationen zum Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“

Mit dem Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ möchte die Bundesregierung die Kommunen dabei unterstützen, neue Projekte zur Förderung von Stadtnatur und Insekten zu entwickeln und umzusetzen. Zu diesem Zweck wurden bundesweit Städte, Gemeinden und Landkreise dazu eingeladen, Projektideen zum Schutz von Insekten im Siedlungsbereich und zur Förderung von Stadtnatur einzureichen. Von einer Fachjury wurden die 40 besten Projektideen ausgewählt. Die erfolgreichen Kommunen erhalten aus Mitteln des Bundesumweltministeriums jeweils 25.000 Euro Preisgeld für die Umsetzung ihrer Zukunftsprojekte.

 

Insgesamt waren 2020 beim Verein Kommunen für biologische Vielfalt 322 Beiträge für den von der Bundesregierung ausgelobten Wettbewerb eingereicht worden. Im Kern geht es darum, Stadtnatur und Insekten zu schützen, die biologische Vielfalt zu fördern und städtisches Grün zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

 

Der Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ wird vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Mehr zum Wettbewerb und zu den ausgezeichneten Projektideen unter: www.wettbewerb-naturstadt.de

Für Rückfragen zum Wettbewerb:

Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“

Dr. Robert Bartz, Sonja Mohr-Stockinger, Julia Andreas

+49 7732 9995-360, wettbewerb-naturstadt@kommbio.de

 

Fotos: ©Stadt Hildesheim

Tags: , ,

Ähnliche Artikel

Keine Ähnliche Artikel

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Unterhaltung

Wurst vom Bauernhof