Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer konnte zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Hildesheim am 19. Januar wieder einige hundert Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens im historischen Rathaus begrüßen.

In seiner Neujahrsrede blickte Dr. Meyer zunächst auf einen besonderen Höhepunkt zum Ende des Jahres 2019 zurück: Die Nominierung für die Shortlist des Wettbewerbs „Kulturhauptstadt Europas 2025“ habe gezeigt, „dass Hildesheim ganz und gar nicht trist und langweilig“ und „nicht nur ein Ort irgendwo an der A7“ sei. „Vielmehr haben wir bewiesen, dass unsere Region einiges zu bieten hat und hier viele kreative Ideen entstehen. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass Hildesheim eine von fünf deutschen Städten ist, denen die Europäische Jury ausdrücklich zutraut, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden.

Ein sensationeller Erfolg, wer hätte das vor zwei, drei Jahren gedacht!“ Dieser sei vor allem auch dem Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region zu verdanken: „Dieses wichtige Etappenziel haben wir nur erreichen können, weil hierfür ganz viele Menschen an einem Strang gezogen haben.“ Allein das sei schon ein großer Erfolg, „auf den wir stolz sein können. Und es zeigt zugleich, was wir alles erreichen können, wenn wir es wirklich wollen.“ Aber nicht nur Stadt und Landkreis seien zusammengewachsen, auch Stadt und Hochschulen, Verwaltung und Kreativszene, Wirtschaft und Kultur. „Die Bewerbung hat also vieles in Gang gesetzt und schon jetzt unsere Region enorm gestärkt.

Vor allem aber hat sie etwas unschätzbar Wichtiges befördert: Nämlich Freude, Stolz und Zusammenhalt der Menschen in unserer Region.“ Jetzt gelte es, „das Bid Book weiterzuentwickeln und die Jury im September hier vor Ort und bei einer weiteren Präsentation in Berlin von Hildesheim zu überzeugen. Wir werden alles dafür tun, damit Hildesheim dann erneut feiern darf.“

Sollte Hildesheim Kulturhauptstadt Europas werden, sei ein Kulturzentrum in der Neustadt angedacht, in dem Kulturschaffende und Kreativwirtschaft, Initiativen und Vereine Raum finden, sich auszutauschen und in einem offenen Arbeitsumfeld zusammenzuarbeiten.

Die Bewerbung sei dabei auch Bestandteil des im Rahmen der Stadtstrategie angestrebten Wandels, der notwendig sei, um den wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftspolitischen und ökologischen Herausforderungen zumindest besser begegnen zu können. „Vor allem aber wollen wir das Zusammenleben und den Zusammenhalt der Hildesheimerinnen und Hildesheimer stärken und Kinder und Jugendliche bestmöglich fördern“, so der Oberbürgermeister.

Bildung und Kultur spielten dabei eine Schlüsselrolle „für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt“ zum Beispiel auch für die Quartiersentwicklung in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit, enormen Integrationsherausforderungen oder großen Bildungsdefiziten wie der Nordstadt. „Hier galt und gilt es, unverzüglich zu handeln. Wir möchten die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ermöglichen und vor allem die Bildungschancen von Kindern erhöhen – und zwar unabhängig von Einkommen und Herkunft.“ Zahlreiche Maßnahmen seien bereits mit ersten Erfolgen auf den Weg gebracht worden.

Als weiteren wichtigen Baustein der Stadtentwicklung nannte der Oberbürgermeister die Schaffung von neuem Wohnraum wie er zum Beispiel gerade im Ostend entsteht.

Die Entwicklung eines Baugebiets auf dem Wasserkamp sei angesichts des im Wohnraumversorgungskonzept ausgewiesenen großen Bedarfs nur folgerichtig. Mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf treibe die Stadt Hildesheim aktuell den Kita-Ausbau in großen Schritten voran: „Unser Ziel ist es, in der Krippenbetreuung eine Versorgungsquote von 50 Prozent und in der Kindergartenbetreuung von deutlich über 100 Prozent zu erreichen“, so Dr. Meyer.

In Zahlen bedeutet das nach 200 zusätzlichen Plätzen in 2019 einen weiteren Ausbau von circa 380 Betreuungsplätzen. Etwa die Hälfte dieser Plätze soll in 2020 realisiert werden. „Natürlich braucht es bei einem so rasanten Ausbau auch entsprechendes, gut qualifiziertes Personal. Und genau das stellt aktuell die größte Hürde bei der Ausweitung des Betreuungsangebots dar. Denn gerade bei der Suche nach Erzieherinnen und Erziehern spüren wir den Fachkräftemangel mehr als deutlich. Auch hier versuchen wir, mit unterschiedlichen Maßnahmen so gut wie möglich gegenzusteuern.“

Gleiches gelte auch in Bezug auf Maßnahmen gegen den Klimawandel. Die Stadt Hildesheim leiste diesbezüglich schon seit langem ihren Beitrag und wird diesbezüglich künftig ihre Anstrengungen auch noch weiter erhöhen. Hierfür bedürfe es aber dringend weiterer finanzieller Unterstützung seitens EU, Bund und Land. Zudem müssen „die wirklich wichtigen Weichen auf internationaler oder mindestens nationaler Ebene gestellt werden.

Nur mit drastischen Veränderungen wie einem konsequenten Kohleausstieg und den gleichzeitigen Ausbau der erneuerbaren Energien oder der Entwicklung neuer Antriebsmöglichkeiten werden wir die formulierten Klimaziele einhalten.

Darauf hinzuwirken und Druck zu machen, gelingt niemandem besser als der ‚Fridays For Future‘-Bewegung. Ich wünsche mir daher, dass diese weiterhin so aktiv und agil für den Klimaschutz streitet und mobilmacht.“ Sehr erfreulich sei auch, dass Hildesheim über eine der engagiertesten „Pulse of Europe“-Bewegungen bundesweit verfüge. Dies alles zeige, dass die Hildesheimer Jugend alles andere als unpolitisch sei.

Auch wenn Hildesheim nicht den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ erhalten sollte, „muss es unser Ziel sein, die Stärken unserer Stadt besser und weitreichender zu nutzen, um Hildesheim – entsprechend unserem übergeordneten Ziel der Stadtstrategie – zu einer noch lebenswerteren, toleranteren, weltoffeneren und innovativeren Stadt der Bildung und Kultur zu entwickeln. Wir sind hier auf einem richtigen Weg und ich bin fest entschlossen, gemeinsam mit Rat und Verwaltung, diesen Weg mit Ihnen auch in Zukunft weiter zu gehen“, schloss der Oberbürgermeister seine Rede beim Neujahrsempfang, der musikalisch von Michael Arlt und Fabian Fritz von „B.B. & The Blues Shacks“ gerahmt wurde.

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