Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer konnte zur Gedenkveranstaltung im Rathaus rund 200 Gäste begrüßen.

Erinnerung an NS-Opfer

Am 27. Januar, dem 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, wurde im Rathaus in Anwesenheit von rund 200 Gästen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer betonte in seiner Rede die Bedeutung der fortwährenden Erinnerung an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. „Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: Wer die Folgen von Diffamierung, Ausgrenzung und Unrecht kennt, der – so hoffen wir – weiß den Wert von Demokratie und Freiheit besonders zu schätzen. Und genau deswegen müssen wir nach wie vor und immer wieder auf die Spuren dieses Unrechts aufmerksam machen. Damit zum einen die Geschehnisse dieser Zeit und ihre Opfer nicht vergessen werden und zum anderen, damit wir auch das heutige Handeln immer wieder aufs Neue reflektieren. Auf keinen Fall dürfen die Geschehnisse dieser Vergangenheit verschwiegen oder gar mit dem Verweis auf eine Verjährung relativiert werden.“ Besonders wichtig sei es daher, dass sich auch die jüngere Generation mit der Historie auseinandersetze: „Spätestens dann, wenn sich antisemitisches Gedankengut schon auf dem Schulhof verbreitet, muss uns bewusst sein, dass auch dieses Thema immer noch – oder leider wieder – zu einem Problem wird. Wir müssen dieser Entwicklung mit Aufklärungsarbeit begegnen: In den Familien, in den Schulen oder eben auch öffentlich durch Veranstaltungen wie dieser. Was das wichtigste ist wir müssen Werte wie Respekt und Toleranz vorleben und uns gegen jegliche Form der Diffamierung von Menschen wehren – ganz gleich, gegen wen sie sich richtet.“

Schülerinnen und Schüler der Robert-Bosch-Gesamtschule erinnerten ebenfalls an die Opfer des NS-Regimes.

Schülerinnen und Schüler der Robert-Bosch-Gesamtschule erinnerten ebenfalls an die Opfer des NS-Regimes.

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer informierte der Historiker Markus Roloff (Volkshochschule Hildesheim) über das Projekt „Vernetztes Erinnern“. Danach sprach Dr. Hans-Dieter Schmid (Leibniz Universität Hannover) über das Thema „Die Deportation der Juden aus Hildesheim von 1942 bis 1945“. Seine Ausführungen wurden von Schülerinnen und Schülern der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim ergänzt. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung gestaltete das Violoncello-Ensemble der Musikschule Hildesheim unter der Leitung von Martin Fritz.

Die Veranstaltung zum Gedenktag, der seit 1996 in Deutschland offiziell anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945 begangen wird, hat die Stabsstelle Kultur und Stiftungen der Stadt Hildesheim in enger Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim im Rahmen des Projekts „Vernetztes Erinnern“ vorbereitet.

Fotos: Stadt Hildesheim

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