„Nordy by Nature“ – unter diesem Motto gestalteten Jugendliche aus dem Quartier 2018 eine Garagenrückwand am Spielplatz Martin-Luther-Straße. Auch der Stadtteilverein „Nordstadt.Mehr.Wert“ wirkte an diesem Projekt mit.

 

Am Freitag, 22. März, gedenkt die Stadt Hildesheim auch in diesem Jahr unter dem Titel „Hildesheimer Friedenstag“ ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Nachdem kürzlich bereits bekanntgegeben wurde, dass David McAllister (Europaabgeordneter und früherer Ministerpräsident Niedersachsens) die Friedensrede hält, steht nun auch der Preisträger des Hildesheimer Friedenspreises 2019 fest: Es ist der Stadtteilverein „Nordstadt.Mehr.Wert“, der insbesondere für sein Projekt „Stadtteilaktivkasse“ ausgezeichnet wird. Der „Verein der Vereine“ bildet in der von Vielfalt geprägten Nordstadt ein Netzwerk für alle im Stadtteil aktiven Bewohnerinnen und Bewohner, Projektgruppen, Initiativen und Einrichtungen.

Mit der Stadtteilaktivkasse hat „Nordstadt.Mehr.Wert“ jüngst ein Instrument entwickelt, dass die vielen Initiativen im Stadtteil sichtbar macht und mit gemeinsamen Fördermitteln unterstützt. Die Stadtteilaktivkasse verwaltet Spenden von Unternehmen oder Engagierten und betreut eine Jury aus Bewohnerinnen und Bewohnern, die über die Vergabe der Fördermittel entscheidet. Damit wirkt der Verein als Spendensammler, Förderer und Ermöglicher kleiner Initiativen und Veranstaltungen wie zum Beispiel „Nordstadt tischt auf“, dem „Nordstadt-Strand“ oder Straßenfesten. Ansprechpartnerin für die Stadtteilaktivkasse ist die Vorstandsvorsitzende und Nordstädterin Jessica Feyer, die in Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik studiert hat.

Stellvertretend für die Auswahljury erläutert Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, warum der Verein mit dem Preis ausgezeichnet wird: „Nordstadt.Mehr.Wert fördert die Projekte und Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern und unterstützt sie bei der Durchführung ihrer Vorhaben. Auf diese Weise stärkt der Verein das nachbarschaftliche Engagement und den Austausch untereinander und damit wiederum den Zusammenhalt im Stadtteil, der von herausragender Bedeutung für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben in einer Stadt ist.“

Der „Hildesheimer Friedenstag“ beginnt am 22. März traditionell um 13.10 Uhr (Zeitpunkt des Bombardements 1945) mit Glockengeläut in der ganzen Stadt. Im Anschluss wird im Rahmen einer Feierstunde in der Bürgerkirche St. Andreas an die Zerstörung der Stadt erinnert, bevor der „Hildesheimer Friedenspreis“ an eine Einrichtung oder eine Initiative aus Hildesheim übergeben wird, die sich in ihrem Wirkungs- und Arbeitsbereich in besonderer Weise für Frieden und Versöhnung einsetzt. In den vergangenen beiden Jahren waren dies die Sozialagentur Cluster beziehungsweise das Projekt „FuNah“ (Fußball und nachhaltiges Lernen), unter der Leitung von Omar Fahmy. Zentraler Höhepunkt des „Hildesheimer Friedenstags“ ist im zweiten Teil des Programms, der ab 18 Uhr ebenfalls in St. Andreas stattfindet, die „Hildesheimer Friedensrede“, die in Zeiten zunehmender Radikalisierungs- und Abgrenzungstendenzen Menschen sensibilisieren und darin bestärken soll, für demokratische Werte, für Toleranz und für Nächstenliebe einzutreten.

Am 22. März 1945 wurde die Hildesheimer Innenstadt im Zuge der alliierten Luftangriffe zu großen Teilen zerstört. Zurückgeblieben ist eine vom Krieg traumatisierte Bevölkerung. An diesen folgenschweren Tag erinnert die Stadt jährlich mit einer traditionellen Gedenkveranstaltung. Innen- wie auch außenpolitische Entwicklungen vergangener Jahre gaben jedoch Anlass für eine Neuausrichtung dieses wichtigen Datums. Seit 2016 steht der Jahrestag der Zerstörung daher auch und vor allem im Zeichen der Friedensbewahrung in Gegenwart und Zukunft. In Kooperation mit der Stiftungsuniversität Hildesheim, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), der Evangelischen Kirche, der Katholischen Kirche und dem Verein „Hildesheim blüht auf“ wird der 22. März seitdem als „Hildesheimer Friedenstag“ begangen. Der Schwerpunkt der gemeinsamen Initiative liegt in der Zukunftsgewandtheit der Veranstaltung, die insbesondere jüngere Generationen erreichen soll.

Foto: Archiv 2018/Stadt Hildesheim