Channah von Eickstedt, Ehefrau des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Hildesheim, Wolf-Georg von Eickstedt (2. v. r.), sprach im Beisein von (v. l.) Stadtdechant Wolfgang Voges, Superintendent Mirko Peisert, Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer und Emin Tuncay (Türkisch-Islamische Gemeinde zu Hildesheim) ein Gebet.

In der Nacht des 9. November 1938 und den darauffolgenden Tagen wurden zahlreiche jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger Opfer von schrecklichen Gewalttaten.

Ihre Wohnungen und Geschäfte sowie ihre religiösen Zentren wurden zerstört. Viele Schicksale sind mit diesem Tag verbunden, in Hildesheim brannte auch die Synagoge am Lappenberg nieder. Die Stadt Hildesheim hatte daher am gestrigen 9. November am Mahnmal am Lappenberg einen Erinnerungsort mit Informationstafeln eingerichtet, um der Opfer von 1938 zu gedenken. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die öffentliche Gedenkfeier in diesem Jahr entfallen.

Oberbürgermeister Dr. Meyer erinnerte trotzdem im Rahmen einer kurzen Ansprache im Beisein von hiesigen Religionsvertreterinnen und -vertretern an die Hildesheimer Opfer der Novemberpogrome:„Der 9. November steht – neben vielem anderen – auch und vor allem für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Die Bilder von brennenden Synagogen haben sich fest in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt“, schreibt der Oberbürgermeister im Vorwort des Gedenkbuches, in das gestern Bürgerinnen und Bürger ihre Gedanken zum Thema als Zeichen gegen Antisemitismus eintragen konnten. Angesichts zunehmender Anfeindungen, Beleidigungen und Übergriffe gegen die jüdische Bevölkerung auch in Deutschland gelte es, wachsam zu sein: „All das ist beschämend und darf unter keinen Umständen hingenommen werden. Vielmehr müssen wir nach wie vor sensibilisiert sein für demokratiefeindliche Propaganda, auch und gerade aktuell während der Corona-Krise, in der die Verbreitung kruder Verschwörungserzählungen wieder zuzunehmen scheint.“ Glücklicherweise sei der Anteil der Menschen, die Hass und Hetze nicht tolerieren möchten, aber weitaus größer – auch in Hildesheim.

Insgesamt trugen sich gestern etwa 40 Bürgerinnen und Bürger in das Gedenkbuch ein, weitaus mehr suchten den Erinnerungsort zum Gedenken auf und informierten sich an den Infotafeln über die Geschehnisse von 1938, darunter auch einige Schulklassen mit ihren Lehrkräften. Channah von Eickstedt, Ehefrau des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Hildesheim, Wolf-Georg von Eickstedt, sprach im Beisein von Superintendent Mirko Peisert, Stadtdechant Wolfgang Voges, Emin Tuncay (Türkisch-Islamische Gemeinde zu Hildesheim) und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer ein Gebet.

Fotos: Stadt Hildesheim

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