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Neuer Dolmetschdienst soll Sprachbarrieren abbauen

Elterngespräch in der Kita, Klassenkonferenz in der Schule, ein wichtiger Beratungs- oder Behördentermin – Sprachbarrieren ergeben sich für Menschen mit Migrationshintergrund täglich. Im Stadtgebiet Hildesheim leben Personen aus 148 verschiedenen Staaten, was eine große Sprachenvielfalt mit sich bringt. Wem die Sprachbarriere zu hoch ist, kann ab Januar 2027 für geplante Termine zum Beispiel in Kitas, Schulen und städtischen Behörden eine Sprachmittlung beim Dolmetschdienst Hi-Dol des Vereins Asyl anfragen. Der Dolmetschdienst ist einer von mehreren Bausteinen des Projektes „Vielfalt Erleben 2.0“. Die Stadt Hildesheim hatte über den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds insgesamt knapp 4 Mio. Euro für mehr Chancengleichheit in der Bildung eingeworben.

Insbesondere, wenn Menschen noch nicht lange in Deutschland leben, verlaufen Gespräche schwierig und oftmals ineffizient. Übersetzungen über digitale Medien oder „mit Händen und Füßen“ führen zu Missverständnissen oder Kinder begleiten ihre eigenen Eltern zu Terminen zum Übersetzen. „Der Bedarf an einem organisierten Pool für Sprachmittlung besteht seit langem. Mit diesem Baustein starten wir den ernsthaften Versuch, die Kommunikation über Sprachen hinweg für Kinder, Jugendliche und Familien möglich zu machen“ so Sozialdezernent Malte Spitzer. „Es geht uns mit dem neuen Dolmetschdienst insbesondere um die Kommunikation mit Kitas, Schulen und städtischen Behörden im Stadtgebiet Hildesheim“, ergänzt die verantwortliche Projektkoordinatorin Rosa Lynn Grave.

Reimer Glück ist seit Juli als Koordinationskraft beim Verein Asyl eingestellt und begleitet aktuell den Aufbau. „Wir stellen zu November vier geringfügig beschäftigte Kräfte als Sprachmittelnde ein, welche die Sprachen Arabisch, Französisch, Ukrainisch, Russisch und Kurdisch abdecken sollen“. Ergänzt werden soll das Team von Ehrenamtlichen, die weitere Sprachen übersetzen können. Gesucht werden dafür Interessierte, die sich auf Anfrage mit ihren Sprachkenntnissen ehrenamtlich einbringen möchten. Voraussetzung ist das Sprachniveau B2 in Deutsch und einer weiteren Sprache. Zudem sollten die Personen im November vormittags zeitlich flexibel sein, an der vorausgesetzten Grundlagenschulung teilzunehmen.

„Zwei Sprachen zu können bedeutet nicht gleich, eine gute Sprachmittlung zu sein“, so Reimer Glück. Die Schulung sei eine gemeinsame Grundlage für die Dolmetschenden, in der sie Kernkompetenzen der Sprachmittlung erlernen und sich zum Beispiel mit dem gesetzlichen Rahmen, ihrer Rolle, Pflichten, Grenzen sowie Techniken der Gesprächsführung beschäftigen. Bei Fragen und/oder Interesse am Dolmetschdienst ist Reimer Glück unter Telefon 0155 63166286 bzw. per Mail unter  glueck@asyl-ev.deerreichbar.

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