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Kirche und Stadt wollen Zukunft des Gymnasium Andreanum Hildesheim sichern

Landesbischof Ralf Meister und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer unterzeichnen die gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent).

Die Landeskirche Hannovers und die Stadt Hildesheim wollen die Zukunft des sanierungsbedürftigen Gymnasiums Andreanum gemeinsam sichern. Landesbischof Ralf Meister und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer unterzeichneten am 27. August eine entsprechende Absichtserklärung („Letter of Intent“) im Hildesheimer Rathaus. Darin werden erste konkrete Schritte zur Organisation und Umsetzung der umfangreichen Bauarbeiten aufgezeigt.

Der „Letter of Intent“ ist der erste Baustein der im Mai vom Rat der Stadt Hildesheim beschlossenen Vorgehensweise zur Sicherung der Zukunft der Schule, die in diesem Jahr ihr 800-jähriges Bestehen feiert. „Die Stadt Hildesheim möchte den Fortbestand des vierzügigen Andreanum sichern, da dieses aus unserer vielfältigen Schullandschaft nicht wegzudenken und eine große Bereicherung ist. Die Landeskirche kann das notwendige Sanierungs- und Neubauvorhaben allein nicht tragen, daher nehmen wir als Stadt auch mit Blick auf den in unserem Eigentum befindlichen Oesterlen-Bau hier unsere Verantwortung wahr.  Voraussetzung für die Realisierung der Sanierung ist der Nachweis der Wirtschaftlichkeit. Ob diese gegeben ist, kann erst nach Abschluss der Planungen beurteilt werden“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Für die Landeskirche Hannovers betonte Landesbischof Ralf Meister: „Das Andreanum, ursprünglich die Lateinschule an der Andreaskirche, ist eine der ersten evangelischen Schulen, was die `moderne´ Schulverfassung durch den Reformator Johannes Bugenhagen bereits im 16. Jahrhundert dokumentiert. Die Intention, für eine ganzheitliche Bildung aller einzutreten und diese mit zu ermöglichen, prägt bis heute das Handeln unserer Kirche. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit es gelingt, am Andreanum weiterhin Schülerinnen und Schülern christliche Werte, eine Orientierung für ihr Leben und Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft mitzugeben.“

Die Landeskirche als Schulträgerin und die Stadt als Grundstückseigentümerin bekennen sich in dem Eckpunktepapier zum Erhalt des evangelischen Gymnasiums als dauerhaft vierzügige Schule auf dem bisherigen Gelände. Beide Partner wollen mit einem neuen Vertrag, der den bisherigen Vertrag vom 1. Juli 1978 ablöst, den weiteren Schulbetrieb „nachhaltig und wirtschaftlich angemessen“ sicherstellen. Die Sanierung des Oesterlen-Gebäudes (benannt nach dem Architekten Dieter Oesterlen) und der Neubau des Telemann-Hauses sollen im laufenden Schulbetrieb umgesetzt werden. Für den Unterricht müssen daher schrittweise räumliche Übergangslösungen geschaffen werden.

Die Landeskirche als Schulträgerin hatte vor einiger Zeit bereits erste Planungen und eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung und einen Neubau der zentralen Gebäude der Schule in Auftrag gegeben. Auf der Basis der vorgelegten Ergebnisse führten die Landeskirche und die Stadt Hildesheim Gespräche über Art und Umfang notwendiger Instandsetzungsmaßnahmen.

Im Anschluss an die Unterzeichnung des „Letters of Intent“ werden die Planungen für die Gesamtsanierung der genannten Schulgebäude beginnen. Auch eine Machbarkeitsstudie für vorübergehende räumliche Lösungen für den Unterricht während der Bauarbeiten wird zum Auftrag gehören. Die Planungskosten einschließlich verschiedener Gutachten werden voraussichtlich 1,75 Millionen Euro betragen. Über eine realistische Gesamtsumme für die Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen können die Beteiligten erst nach Abschluss der Planungen Auskunft geben. Erst danach können Stadt und Landeskirche gemeinsam entscheiden, ob es eine für beide Seiten finanziell tragbare Lösung gibt. Sollte es eine solche nicht geben, würden die bis dahin entstandenen Planungskosten Stadt und Landeskirche zu gleichen Teilen tragen.

Ziel ist es, die geplanten Bauarbeiten mit einem Investor zu realisieren. Stadt und Landeskirche würden dafür den Schulbau und die dazugehörigen Grundstücke an den Investor übertragen. Dazu hat es bereits erste Gespräche gegeben. Die Landeskirche und die Stadt gehen davon aus, dass die Planungsphase bis zu zwei Jahre in Anspruch nimmt. Eine Lenkungsgruppe, bestehend aus kirchlichen und kommunalen Vertretern, wird alle weiteren Schritte koordinieren und eine Projektgruppe die Planungsphase begleiten. Weil im Bestand gebaut wird, könnte die Bauzeit fünf bis zehn Jahre dauern. Kirche und Stadt werden sich um Förderungen bemühen.

Foto: oh/Stadt Hildesheim