Bürgermeisterin Beate König, Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer und Ortsbürgermeister Helmut Borrmann legten weiße Rosen an den Stolpersteinen nieder.

Die „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig sollen die Erinnerung an Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden, wachhalten.

Am 30. November wurden weitere dreißig Stolpersteine in Hildesheim verlegt, wegen der aktuellen Beschränkungen aber nicht von Demnig selber, sondern vom städtischen Bauhof in Kooperation mit einer Fachfirma.

Begonnen wurde vor dem Nebeneingang der Deutschen Bank, Angoulêmeplatz 1. Dort wohnte Selma Leeser, die Witwe des Hildesheimer Ehrenbürgers Max Leeser. Als nächste Stationen folgten die Wohnung von Elsbeth Oppenheimer, Zingel 33, das Haus von Rudolf und Martha Davidson, Osterstraße 56, die Wohnung von Heinrich Frömke, früher Marktstraße 25, heute gegenüber von Marktstraße 18 im Zugang zur Lilie, das Scharnhorstgymnasium, die Schule von sechs Ehemaligen, Neustädter Markt 41, Wohnung von Berta und Hanna Güdemann, Hindenburgplatz 3, dem früheren Haus von Wilhelm Dux, in dem auch Joseph und Margarete Schweizer gelebt hatten, die Friesenstraße 3/4, Wohnung von Emmy und Heinz Hirschfeld sowie Albert, Margarethe und Max Stern, die Kreuzstraße 22, wo früher das Haus Pelizaeusplatz 5/6 stand, in dem Alfred, Grete, Margot, Walter und Herbert Lifmann lebten und schließlich das Haus Lucienvörder Straße 22, früher die Wohnung von Albert, Else, Hans und Walter Schürmann.

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer betonte im Rahmen der Verlegung vor dem Scharnhorstgymnasium die Wichtigkeit, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus am Leben zu halten.

Die Finanzierung der Stolpersteine haben Patinnen und Paten, vor allem aus dem Hildesheimer Museumsverein von 1844, übernommen. In diesem Jahr sind das Hartmut Häger, die Verdi Senioren, OV Hildesheim, FB 9/10, Lydia Gerlach, Dagmar Mai, der Deutsche Gewerkschafts Bund (DGB), Region Niedersachsen-Mitte, der Verein der Ehemaligen und Freunde des Scharnhorstgymnasiums, eine unbekannte Spenderin, Viola und Manfred Molke, Sven Abromeit, Matthias Mehler, Dr. Bettina Schmitz, die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen, die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, Dr. Johannes Köhler, Rolf Alsleben, Helge Hilgert, Barbara Siedenburg, Margot Rathenow, die SPD-Ratsfraktion, die CDU-Ratsfraktion sowie Annelore und Rainer Ressel.

Die Patinnen und Paten, die diesmal nicht persönlich an der Verlegung der Stolpersteine teilnehmen konnten, bekommen auf dem Postweg ein Foto von „ihrem“ Stolperstein und eine Dankesurkunde der Druck-Offizin sowie ein Heft mit den Biografien der 24 Opfer nationalsozialistischer Gewalt.

Den Damen von Inner Wheel Hildesheim mit ihrer Präsidentin Dorothea Haunhorst ist es zu verdanken, dass auch das Stolpersteinprojekt 2021 schon finanziert ist. Im Mai nächsten Jahres wird die Zahl 160 erreicht, auch das Stolpersteinprojekt 2022 ist bereits in Arbeit. Durch den Aufruf in den lokalen Medien Anfang Oktober meldeten sich über vierzig neue Patinnen und Paten, so dass in zwei Jahren der 200. Stolperstein verlegt werden kann.

Vor dem Scharnhorstgymnasium wurden heute zwölf Stolpersteine verlegt.

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer dankte im Rahmen der Verlegung vor dem Scharnhorstgymnasium, zu der Frauke Grade (Stellvertretende Schulleiterin) begrüßte, allen Patinnen und Paten, die die Verlegung der Steine erst möglich gemacht haben, Dr. Hartmut Häger, der die Erinnerungsorte mit Leben füllt und den Opfern eine Geschichte gibt, sowie den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes für die Verlegung. „Über das Gedenken hinaus haben die Stolpersteine auch eine mahnende Wirkung. Sie sollen insbesondere für die besondere Bedeutung von Demokratie und Freiheit sensibilisieren. Dies scheint gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger zu werden. Fremdenhass und offenen Antisemitismus dürfen wir nicht hinnehmen und müssen gegen jegliche Verbreitung nationalistisch gefärbter Gesinnung eintreten. Es ist daher richtig, dass wir diese Erinnerung am Leben halten – auch durch weitere Stolpersteine“, so Dr. Meyer.

Im weiteren Verlauf der Gedenkstunde sprachen Ortsbürgermeister Helmut Borrmann, Dr. Hartmut Häger sowie einige Schülerinnen und Schüler des Scharnhorstgymnasiums, die die Schicksale ihrer ehemaligen Mitschüler anhand der Biografien veranschaulichten.

Fotos: ©Stadt Hildesheim

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