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„Tag des offenen Denkmals“: Archäologie Dammstraßenbrücke und Johannishospital

Fundamente eines mutmaßlichen Torturms neben der historischen Dammstraßenbrücke. Foto: oh/Stadt Hildesheim
Am Sonntag, 13. September, findet bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“ unter

dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ statt. In Hildesheim präsentiert die Denkmalschutzbehörde der Stadt an diesem Tag von 11 bis 16 Uhr mit einem Stand auf dem Marktplatz unter anderem die archäologischen Spuren der mittelalterlichen Dammstraßenbrücke und des Johannishospitals. Anhand von archäologischen Grabungsergebnissen, historischen Darstellungen und Rekonstruktionszeichnungen werden die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse präsentiert. Für Fragen stehen Dr. Maike Kozok, Annegret Henne-Nitsch und Tobias Jung von der Denkmalschutzbehörde der Stadt Hildesheim zur Verfügung. Bei Regen wird der Stand unter den Arkaden des historischen Rathauses aufgebaut.
Weitere Informationen zum „Tag des offenen Denkmals“ sind unter www.tag-des-offenen-denkmals.de erhältlich, Informationen zur Arbeit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Hildesheim unter www.stadt-hildesheim.de/denkmalschutz.

Hintergrund

Bei archäologisch begleiteten Arbeiten im Kreuzungsbereich von Dammstraße und Johannisstraße wurde im Mai 2022 eine steinerne Brücke entdeckt. Aufgrund von Radiokarbondatierungen, historischer Überlieferung und ihrer Bauweise wird sie als 1161 durch Rainald von Dassel (Erzbischof von Köln, zuvor Hildesheimer Domprobst) gestiftete Brücke interpretiert. Neben der Brücke wurde zeitgleich auch das Johannishospital vor den Toren der Stadt gegründet.
Die Brücke ist eines der wenigen profanen Bauwerke in Hildesheim, dessen urkundliche Überlieferung im 12. Jahrhundert vorliegt und das zumindest in Teilen noch erhalten ist. Die mehrfachen Erwähnungen in den historischen Quellen als „steinerne Brücke“ belegen ihre große Relevanz für die damalige Bevölkerung. Für den norddeutschen Raum stellt sie die älteste erhaltene mehrbogige Steinbrücke dar. Sie verband die Hildesheimer Altstadt mit der 1196 gegründeten Dammstadt, die in der Weihnachtsnacht 1332 durch die Bewohner der Altstadt zerstört wurde. Auf historischen Darstellungen, die ab dem 17. Jahrhundert in detaillierter Form vorliegen, ist sie bereits nicht mehr verzeichnet.
Nördlich der steinernen Brücke ließ der damalige Dompropst Rainald von Dassel ebenfalls im Jahr 1161 das Johannishospital errichten. Heute zeugen nur noch eine Mauer und die darin vermauerten Inschriftensteine von den Bauten, die hier über Jahrhunderte standen. Das Johannishospital war kein Krankenhaus im heutigen Sinne. Es war eine Einrichtung, deren wichtigste Aufgabe die Versorgung armer kranker und hilfsbedürftiger Menschen war. Im Mittelalter entwickelte es sich zu einem sozialen Zentrum mit einer Pfarrkirche, einem Stift (Konvent) mit Friedhof, einem Beginenhaus und einem Gasthaus. Wie das Johannishospital im Mittelalter genau ausgesehen hat, ist zwar nicht bekannt, doch die archäologischen Grabungen haben etliche neue Erkenntnisse erbracht und weitere interessante Fragen zur Baugeschichte aufgeworfen.
Unmittelbar angrenzend fanden sich Bestattungen, die im Kontext des 1204 urkundlich überlieferten Johannishospitals stehen. Die bislang ältesten Holzproben aus den Bestattungen werden dendrochronologisch bereits in das Jahr 1161 datiert. Neben dem Friedhof wurden auch mehrere weitere Baubefunde entdeckt, die unmittelbar auf und neben der Brücke lagen. Sie werden als Torwangen eines Torturms interpretiert, wobei aufgrund des teils nur sehr rudimentär vorliegenden Erhaltungsgrads eine abschließende Deutung noch aussteht.