
Die Stadt Hildesheim ist für ihr Projekt „Sommerhilfe für Menschen ohne Obdach“ im Rahmen des Wettbewerbs „Klima kommunal 2026“ als Klimaschutz-Leuchtturm ausgezeichnet worden.
Das Projekt erhielt ein Preisgeld von 15.000 Euro. Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer würdigte die Preisträgerinnen und Preisträger im Alten Rathaus in Hannover für ihr vorbildliches Engagement in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. In diesem Jahr hatten sich 56 Kommunen mit insgesamt 85 Projekten am Wettbewerb beteiligt. Neben der Stadt Hildesheim wurden acht weitere kommunale Projekte als Klimaschutz-Leuchttürme ausgezeichnet. Insgesamt vergab das Land Niedersachsen 190.000 Euro Preisgeld.
Mit zunehmenden Hitzetagen infolge des Klimawandels steigen die gesundheitlichen Risiken für Menschen ohne Wohnung oder festen Aufenthaltsort. Diesen fehlt häufig ein geschützter Rückzugsort, sodass sie besonders gefährdet sind, unter Dehydrierung, Hitzeerschöpfung, Sonnenstich oder Hitzschlag zu leiden. Die Stadt Hildesheim hat deshalb das Projekt „Sommerhilfe für Menschen ohne Obdach“ entwickelt. Ausgangspunkt waren Erfahrungen des städtischen Streetworks, das einen akuten und unbürokratischen Unterstützungsbedarf festgestellt hatte. Das Projekt wurde im Sommer 2024 erstmals umgesetzt und wird seitdem jährlich fortgeführt.
Kern der Sommerhilfe sind sogenannte „Sonnenrucksäcke“. Diese werden über soziale Einrichtungen und die Streetwork-Teams an wohnungs- und obdachlose Menschen ausgegeben. Sie enthalten unter anderem eine Kopfbedeckung, Sonnencreme, eine wiederbefüllbare Trinkflasche, Nahrungsergänzungsmittel und Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze. Ein Flyer informiert über Trinkwasserentnahmestellen, kühle Aufenthaltsorte und wichtige Anlaufstellen.
Auch Schutzräume stehen während Hitzeperioden zur Verfügung. Neben der Unterkunft Langer Garten können mehrere Kirchen in der Innenstadt als kühle Aufenthaltsorte genutzt werden. Das MediMobil des Malteser Hilfsdienstes bietet zudem niedrigschwellig medizinische Unterstützung für obdachlose Menschen an. Unterstützt wird die Sommerhilfe finanziell von der Johannishof-Stiftung und den Klimaschutzfonds der Stadtverwaltung. Kooperationspartner sind unter anderem die Herberge zur Heimat, das Diakonische Werk Hannover, der Malteser Hilfsdienst, die Bahnhofsmission, die Vinzenzpforte und die Kirchen in der Innenstadt.
„Die Auszeichnung ist eine besondere Anerkennung für ein Projekt, das Klimaanpassung ganz konkret mit sozialer Verantwortung verbindet. Gerade Menschen ohne Obdach sind den Folgen extremer Hitze besonders unmittelbar ausgesetzt. Mit einfachen und niedrigschwelligen Maßnahmen bringen wir die Sommerhilfe direkt zu den Bedürftigen und können so dazu beitragen, gesundheitliche Risiken zu verringern“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, der den Preis für die Stadt Hildesheim in Begleitung einer Delegation der beteiligten Fachbereiche entgegennahm. Die Evaluation des ersten Projektjahres habe eine hohe Akzeptanz und einen spürbaren Nutzen für die Zielgruppe gezeigt. Die Auszeichnung als Klimaschutz-Leuchtturm bestätige damit den Ansatz, Klimafolgenanpassung und soziale Daseinsvorsorge gemeinsam zu denken.
Die Sommerhilfe ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein der städtischen Bemühungen um einen verbesserten Klimaschutz: Im energiepolitischen Arbeitsprogramm der Stadtverwaltung und der städtischen Beteiligungen sind insgesamt 140 Klimaschutzmaßnahmen zusammengefasst sind.
Foto: oh/Stadt Hildesheim
