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Catcalling wird auf Angoulêmeplatz angekreidet

Ein Pfiff, ein „Kompliment“, ein anzüglicher Kommentar – was oft verharmlost wird, ist für viele Menschen Alltag. Unter dem Begriff „Catcalling“ werden verschiedene Formen sexualisierter Belästigung ohne körperlichen Kontakt zusammengefasst. Dazu zählen unter anderem Pfeif- oder Kussgeräusche, anhaltende und unangenehme Blicke, vermeintliche „Komplimente“, anzügliche Kommentare über das Äußere sowie Belästigung über digitale Medien, etwa durch ungefragt zugesandte sexuelle Inhalte.

Da das Phänomen weit verbreitet im öffentlichen Raum auftritt, häufig aber noch nicht ernst genommen wird, möchte der Hildesheimer Arbeitskreis gegen Catcalling unter Federführung der Gleichstellungsstelle der Stadt Hildesheim und des Präventionsrats Hildesheim mit einer gemeinsamen Aktion auf diese Problematik aufmerksam machen. Am Freitag, 12. Juni, findet von 13 bis 15 Uhr eine öffentliche Aktion am Angoulêmeplatz in Hildesheim statt. Unter dem Motto #KeinKompliment werden gemeldete Fälle von Catcalling sichtbar gemacht, indem sie mit Kreide auf den Boden geschrieben werden. „Dieses Event soll Sichtbarkeit für Betroffene schaffen und gleichzeitig über das Thema Catcalling informieren und aufklären!“, so Laura-Katrin Wagner von der Gleichstellungsstelle der Stadt Hildesheim.  Vor Ort sind außerdem verschiedene Beratungsstellen vertreten, die ihre Angebote vorstellen und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Interessierte sind eingeladen, sich an der Ankreideaktion zu beteiligen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Catcalling zu setzen. Gleichzeitig sollen sogenannte „Angsträume“ aufgezeigt werden – Orte, an denen Menschen sich besonders häufig unsicher oder belästigt fühlen. Alle Personen aus der Region, die Catcalling erlebt oder beobachtet haben, sind eingeladen, ihre Erfahrungen zu melden. Wichtig sind dabei Angaben zu Art des Vorfalls, Ort sowie Datum und Uhrzeit. Meldungen können über den Instagram-Kanal „CatcallsofHildesheim“ und per Mail unterHildesheim@chalkbackdeutschland.org eingereicht werden.

Wie verbreitet solche Erfahrungen sind, zeigt eine Pilotstudie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: 44 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer geben an, bereits selbst von Sexismus im Alltag betroffen gewesen zu sein. Auch die Initiative „CatcallsofHildesheim“ erhält jährlich rund 50 Meldungen über entsprechende Vorfälle.

Foto: oh/Veranstalter