
Der Verein Hildesheimer Tafel erhält den Friedenspreis der Stadt Hildesheim 2026. Mit der Auszeichnung, die im Rahmen des Hildesheimer Friedenstages am Sonntag, 22. März, in der St.-Andreas-Kirche vergeben wird, würdigt die Stadt jedes Jahr eine Einrichtung oder Initiative, die sich in besonderer Weise für Frieden und Zusammenhalt einsetzt. Die Hildesheimer Tafel folgt damit auf die „Beth-Shalom AG“ der Robert-Bosch-Gesamtschule, die im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurde.
Die Hildesheimer Tafel engagiert sich seit 1998 für Menschen in finanziell schwierigen Lebenslagen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, noch zum Verzehr geeignete Lebensmittel zu sammeln und an Bedürftige sowie an soziale Einrichtungen weiterzugeben. Derzeit erhalten bis zu 480 Menschen täglich an fünf Tagen in der Woche zusätzliche Lebensmittel von der Hildesheimer Tafel. Die Ausgabe erfolgt in der Senkingstraße 27. Zugleich leistet die Hildesheimer Tafel damit einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Freiwilliger, die täglich Lebensmittel einsammeln, sortieren und ausgeben oder den Verein auf andere Weise unterstützen. Darüber hinaus arbeitet die Tafel eng mit sozialen Einrichtungen in der Stadt zusammen, um sicherzustellen, dass Menschen in Not umfassend unterstützt werden. Weitere Informationen zur Hildesheimer Tafel finden sich unter www.hildesheimer-tafel.de.

Stellvertretend für die Auswahljury begründet Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer die Auszeichnung: „Mit ihrem praktischen Einsatz, der Förderung von Solidarität und der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts leistet die Tafel einen wertvollen Beitrag zum sozialen Miteinander in Hildesheim – ein Engagement, das die Verleihung des Friedenspreises in besonderer Weise unterstreicht. Mit dem Hildesheimer Friedenspreis soll die kontinuierliche und wertvolle Arbeit der Hildesheimer Tafel gewürdigt und noch bekannter gemacht werden.“
Neben dieser Auszeichnung darf sich die Hildesheimer Tafel auch über eine finanzielle Anerkennung freuen: Der Hildesheimer Friedenspreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro dotiert. Möglich ist diese Dotierung dank der jährlichen Spende eines Hildesheimer Ehepaars, das – ebenso wie ein weiterer Hildesheimer Spender – auch die Veranstaltung des Hildesheimer Friedenstags unterstützt. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer ist für beide Spenden außerordentlich dankbar.
Zum Hildesheimer Friedenstag
In Kooperation mit den Hildesheimer Hochschulen, der Evangelischen Kirche und der Katholischen Kirche erinnert die Stadt Hildesheim jährlich an die Zerstörung der Hildesheimer Innenstadt durch alliierte Luftangriffe am 22. März 1945 und nimmt in diesem Zuge bereits zum zehnten Mal unter dem Titel „Hildesheimer Friedenstag“ die Wahrung des Zusammenhalts und des Friedens in der Gesellschaft in den Blick. Der Hildesheimer Friedenstag wird auch in diesem Jahr im Zeichen der Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges stehen und den Fokus auf den sozialen Frieden in Deutschland sowie die Errungenschaften unserer Demokratie legen. Die Friedensrede hält in diesem Jahr der israelisch-deutsche Psychologe und Autor arabisch-palästinensischer Herkunft Ahmad Mansour.
Der „Hildesheimer Friedenstag“ beginnt auch in diesem Jahr um 13.10 Uhr, wenn zum Zeitpunkt des Bombardements 1945 für einige Minuten die Kirchenglocken in der Stadt läuten. Im Anschluss wird in der Bürgerkirche St. Andreas an die Zerstörung der Stadt erinnert, bevor der „Hildesheimer Friedenspreis“ an eine Einrichtung oder eine Initiative aus Hildesheim übergeben wird, die sich in ihrem Wirkungs- und Arbeitsbereich in besonderer Weise für ein friedliches Zusammenleben einsetzt. Zentraler Höhepunkt ist schließlich die Hildesheimer Friedensrede, die in Zeiten zunehmender Radikalisierungs- und Abgrenzungstendenzen Menschen sensibilisieren und darin bestärken soll, für demokratische Werte, Toleranz und Respekt einzutreten.
Fotos: oh/Stadt Hildesheim
