
Verein „Pro Igel e.V.“ & Stadt Bad Salzuflen machen den Tierschutz in der Wandelhalle erlebbar
Wenn in der Dämmerung leises Rascheln aus Hecken und Gebüschen dringt, ist oft ein Igel oder Erinaceidae unterwegs. Seit Jahrtausenden gehört das Säugetier zur heimischen Tierwelt und hat sich perfekt an ein Leben in unmittelbarer Nähe des Menschen angepasst. Doch diese Nähe ist ihm zunehmend zum Verhängnis geworden. Aufgeräumte Gärten, versiegelte Flächen, der Verlust von Rückzugsorten sowie Gefahren durch Straßenverkehr und Mähroboter setzen dem kleinen Säugetier immer stärker zu. Die Folge: Der Bestand des Igels geht seit Jahren zurück. Seit 2024 steht er auf dem wissenschaftlichen Verzeichnis der Roten Liste als potenziell gefährdet – ein Warnsignal, das nicht überhört werden darf.
Faszinierender Einblick in den Alltag eines nachtaktiven Wildtieres
Mit der Wanderausstellung „Igelleben“ greift die überregional und bundesweit tätigen Interessengemeinschaft „Pro Igel – Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e.V.“ dieses Thema nun auch in Bad Salzuflen eindrucksvoll auf. In der Zeit vom 09. Februar (Montag) 2026 bis 30. März (Montag) 2026 verwandelt sich die Wandelhalle (Parkstraße 24) am Kurpark in einen Ort des Entdeckens, Staunens und Lernens und macht sichtbar, „was sonst meist verborgen bleibt“, sagt Projektleiterin Vanessa Ott vom städtischen Fachdienst Umwelt. „Die Ausstellung zeigt den Alltag eines nachtaktiven Wildtieres, seine erstaunlichen Fähigkeiten, aber auch seine wachsende Verletzlichkeit in einer vom Menschen geprägten Umwelt.“
Siebenwöchige Wanderausstellung mit begleitenden Fachvorträgen
Auf anschauliche und leicht verständliche Weise vermittelt die rund siebenwöchige Ausstellung mit mehreren begleitenden Fachvorträgen fundiertes Wissen über Biologie, Verhalten und Jahresrhythmus des Igels. Besucherinnen und Besucher erfahren, wie Igel leben, was sie zum Überleben brauchen und warum selbst gut gemeinte Hilfe manchmal mehr schadet als nützt. Ein besonderer Fokus liege dabei auf den Lebensräumen in Gärten, Parks und Städten, wie Ott weiter erklärt. „Also genau dort, wo Mensch und Igel sich täglich begegnen.
Gleichzeitig solle die Ausstellung Mut machen, betont Vanessa Ott, denn sie zeige, dass bereits kleine Veränderungen große Wirkung haben könne. „Naturnahe Gärten, durchlässige Grundstücksgrenzen, Laubhaufen, sichere Unterschlüpfe und ein bewusster Umgang mit Technik und Chemie schaffen wertvolle Lebensräume“, versteht Ott die Ausstellung nicht als Mahnung, sondern als Einladung, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Umgebung wieder lebensfreundlicher zu gestalten.
Die Wanderausstellung richtet sich an Menschen jeden Alters – an Familien, Schulklassen, Gartenliebhaberinnen und -liebhaber sowie an alle, die mehr über den Schutz heimischer Wildtiere erfahren wollen. Des Weiteren lade die Ausstellung dazu ein, „den Blick zu schärfen für das Leben direkt vor unserer Haustür und dem Igel wieder den Raum zu geben, den er zum Überleben braucht“, wirbt Vanessa Ott für aktive Unterstützung. Die Wandelhalle ist täglich (montags bis sonntags) von 09 bis 18 Uhr durchgängig geöffnet.
Fünf Fachvorträge
- Februar (Mittwoch) 2026 – 18.30 Uhr
Thema: Igel in unseren Gärten – Lebensraum, Nahrung, Gefahren
Referentin: Angela Petermann (Igelhilfe Herford-OWL e.V.)
Veranstaltungsort: VHS Bad Salzuflen (Raum O 0.9), Hermannstr. 32, Bad Salzuflen
Referentin Angela Petermann von der Igelhilfe Herford-OWL e.V., seit vielen Jahren engagiert im aktiven Igelschutz, erklärt, warum die natürlichen Anpassungen des Igels heute oft nicht mehr ausreichen, um zu überleben. Sie zeigt auf, wie Gärten und urbane Räume igelfreundlich gestaltet werden können, welche Nahrung die Tiere benötigen und welchen Gefahren sie insbesondere nachts ausgesetzt sind. Der Vortrag vermittelt leicht umsetzbare Maßnahmen, mit denen jede und jeder konkret zum Schutz der Tiere beitragen kann.
- Februar (Donnerstag) 2026 – 18 Uhr
Thema: Unser heimischer Igel
Referent: Matthias Stock (Stadt Lemgo)
Veranstaltungsort: anno 1578, Mittelstraße 70, Lemgo
Igel sind faszinierende Tiere, die oft unbemerkt in Parks und Gärten leben. Referent Mattias Stock von der Stadtverwaltung Lemgo nimmt sein Publikum mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die geheimnisvolle Welt der nachtaktiven Säugetiere. Thematisiert werden Orientierung, Nahrungsgewohnheiten und das schützende Stachelkleid ebenso wie der lebenswichtige Winterschlaf. Darüber hinaus beleuchtet der Vortrag die vielfältigen Bedrohungen, denen Igel heute ausgesetzt sind – vom Straßenverkehr bis zum Verlust ihres natürlichen Lebensraums.
- März (Donnerstag) 2026 – 18.00 Uhr
Thema: Der Igel – stachlig, nachtaktiv und faszinierend
Referent: Robin Jähne (Fotograf & Naturfilmer)
Veranstaltungsort: Wandelhalle, Parkstraße 24, Bad Salzuflen
Mit beeindruckenden Einblicken aus der Naturdokumentation zeigt der preisgekrönte Fotograf Robin Jähne den vollständigen Lebenszyklus des Igels – von der Geburt über die Aufzucht bis hin zum Winterschlaf. Der Naturfilmer aus Detmold erklärt, wie Igel ihre Reviere nutzen, welche Wege sie zurücklegen und welchen natürlichen Feinden sie begegnen. Der Vortrag öffnet den Blick für eine Welt, die meist ungesehen direkt neben uns existiert.
- März (Donnerstag) 2026 – 18 Uhr
Thema: Zwei Igel namens Henriette und Louise
Referentin: Sabine Mirbach (Stadt Bad Salzuflen, Gästeführerin & Reiseleiterin)
Veranstaltungsort: Wandelhalle, Parkstraße 24, Bad Salzuflen
Herzergreifend, humorvoll und authentisch berichtet Sabine Mirbach von der Aufzucht zweier Fundigel. Von den ersten tapsigen Schritten im Übergangszuhause über überraschende Abenteuer bis hin zu stillen, berührenden Momenten – dieser Erfahrungsbericht gibt einen sehr persönlichen Einblick in das Leben mit den stacheligen Mitbewohnern. Ein Vortrag, der berührt, zum Schmunzeln einlädt und die emotionale Seite des Igelschutzes zeigt.
- März (Donnerstag) 2026 – 19 Uhr
Thema: Igel in unseren Gärten – Lebensraum, Nahrung, Gefahren
Referentin: Angela Petermann (Igelhilfe Herford-OWL e.V.)
Veranstaltungsort: Wandelhalle, Parkstraße 24, Bad Salzuflen
Zum Abschluss der Vortragsreihe fasst Angela Petermann vom Verein „Igelhilfe Herford-OWL“ die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt erneut praxisnahe Tipps für einen igelfreundlichen Alltag. Zudem erklärt die Referentin, was Igel fressen, welche Bedeutung vielfältige Gärten für ihre Nahrung haben und welchen Gefahren sie nachts ausgesetzt sind. Sie zeigt einfache Maßnahmen auf, die zum Schutz der Igel beitragen.
