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Kurstadt bleibt weiterhin „Thermal-Sole-Heilbad“

Einmalige Kombination in Nordrhein-Westfalen: Bad Salzuflen erhält als Bestätigung ihres exzellenten Gesundheitsstandortes die Doppel-Prädikatisierung „Thermal-Sole-Heilbad“ & „Kneipp-Heilbad“. Zur Übergabe der Anerkennungsurkunden waren dabei (unten von links): Christina Hoppe (Dezernentin, Bereich Öffentliche Gesundheit, Bezirksregierung Detmold), Britta Büker (Bereich Öffentliche Gesundheit, Bezirksregierung Detmold), Melanie Koring (Erste Beigeordnete und Kämmerin, Stadt Bad Salzuflen), Dirk Tolkemitt (Bürgermeister, Stadt Bad Salzuflen) sowie (oben von links) Dr. Diana Jedlicka (Projektmanagement Gesundheit, Fachdienst Tourismus, Gesundheit und Kultur, Stadt Bad Salzuflen), der unabhängige Gutachter Dr. Hartmut Bessler (Facharzt für Innere Medizin, Balneologie und Klimatologie), Swetlana Lenger (Vorstandsmitglied, Bad Salzuflen Kur- und Touristikverein e.V.) und Sabine Mirbach (Vorsitzende, Ausschuss Touristik, Gesundheit und Kultur, Bad Salzuflen). © Stadt Bad Salzuflen

Drei Buchstaben im Ortstitel machen den Unterschied . Denn das „Bad“ im Ortsnamen von Bad Salzuflen steht bereits seit 1914, also seit mehr als einem Jahrhundert, für die qualitative Ausrichtung des Gesundheitsstandortes. Das Prädikat „Heilbad“ hingegen ist die höchste Auszeichnung, die das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) an die Kur- und Erholungsorte vergibt. Dabei ist die Prädikatisierung mitnichten eine Selbstverständlichkeit und auch kein Selbstläufer. Mit der Änderung des Kurortegesetzes NRW 2008 „müssen sich Heilbäder und Kurorte im regelmäßigen Abstand von längstens zehn Jahren einem Überprüfungsverfahren unterziehen“, erläutert Christina Hoppe, Dezernentin für den Bereich „Öffentliche Gesundheit“ bei der Bezirksregierung Detmold, „und um nachzuweisen, dass sie den gesetzten Standards und Anforderungen des Prädikats gerecht werden.“

 

„Thermal-Sole-Heilbad“: herausragendes Qualitätsmerkmal für Gesundheitsstandort

Diesen Überprüfungsprozess hat die Stadt Bad Salzuflen einmal mehr abgeschlossen, sodass „wir uns den Status eines prädikatisierten ‚Heilbades‘ erfolgreich bestätigt haben lassen“, freut sich Bürgermeister Dirk Tolkemitt. „Heilbäder und Kurorte in Deutschland stehen für Qualität und eine hohe medizinische Kompetenz“, so das Stadtoberhaupt weiter. „Mit der Überprüfung unseres Prädikates als ‚Thermal-Sole-Heilbad‘ haben wir diesen Nachweis erbracht und zeigen nach außen, dass herausragende Qualitätsmerkmale für unseren exzellenten Gesundheitsstandort bestehen.“ Dabei nahm der Überprüfungsprozess mindestens ein Jahr in Anspruch, da ortshygienische Verhältnisse von Luft, Boden und Wasser, Bioklima sowie die Verkehrsdichte mittels Aufzeichnungen und Messungen vorzulegen sind und diese wissenschaftlich begutachtet werden müssen.

Neues Prädikat „Kneipp-Heilbad“ steht für höchst mögliche Artbezeichnung

Doch damit nicht genug, denn „nach einem mindestens zehnjährigen unbeanstandeten Bestehen als ‚Kneipp-Kurort‘ kann die höchst mögliche Auszeichnung ‚Kneipp-Heilbad‘ erst beantragt werden“, sagt Dr. Hartmut Bessler – Facharzt für Innere Medizin, Balneologie und Klimatologie -, der als unabhängiger Gutachter für den umfassenden Prädikatisierungsprozess tätig war. „Dieser prozessuale Ablauf war eine harte Überprüfung“, sagt Bürgermeister Tolkemitt, „die wir letztendlich erfolgreich abgeschlossen haben. Somit haben wir in der Kombination ‚Thermal-Sole-Heilbad‘ und ‚Kneipp-Heilbad‘ ein Alleinstellungsmerkmal unter sämtlichen Bädern in NRW.“ Von August 2013 war die Stadt Bad Salzuflen als „Kneipp-Kurort“ anerkannt, zum Juni 2024 erfolgte die Aufwertung, sodass ab sofort die Kurstadt das zusätzliche staatliche Prädikat „Kneipp-Heilbad“ führen darf.

Weitere Kriterien für die Erfüllung dieses Prädikats sind unter anderem leistungsfähige Einrichtungen zur Anwendung anerkannter hydrotherapeutischer Heilverfahren mit angemessener ärztlicher und fachlicher Betreuung, Grünanlagen sowie Naturbereiche mit einem gekennzeichneten Wegenetz für Terrainkuren, Wassertretstellen und Armbadeanlagen sowie auch die Betreuung der Gesundheitsgäste durch Personen mit der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnungen „Physiotherapeut*in, Masseur*in, medizinsche(r) Bademeister*in“, die nachweislich mit der Physiotherapie nach Kneipp vertraut sind.

Vertreterinnen der Bezirksregierung Detmold übergaben die Anerkennungsurkunden

Die beiden Prädikatisierungen zur erfolgreichen Überprüfung der Voraussetzungen für ein staatlich anerkanntes „Heilbad“ sowie die zusätzliche sogenannte Artbezeichnung als „Kneipp-Heilbad“ wurden am vergangenen Mittwoch (04. Juni 2024) entsprechend gewürdigt. Christina Hoppe und Britta Büker als Vertreterinnen der Bezirksregierung Detmold übergaben die Anerkennungsurkunden im Namen von Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling an die städtische Verwaltungsspitze um Dirk Tolkemitt und Melanie Koring. „Es ist geschafft, die Stadt Bad Salzuflen hat sich mit der Prädikatisierung zum ‚Kneipp-Heilbad‘ einen weiteren Baustein für ihr modernes und attraktives Gesundheitsangebot gesetzt“, zeigt sich die Erste Beigeordnete und Kämmerin Koring ebenfalls erfreut über das neue Qualitätsmerkmal.

„Kneippen schafft Wohlbefinden und liegt im Trend“

Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und innere Balance – das sind die fünf Heilfaktoren, die vor 150 Jahren von Naturheilkundler Sebastian Kneipp als wesentliche Elemente eines ganzheitlichen Heilverfahrens entwickelt wurden. „Auf genau diesen fünf gleichwertigen Säulen beruht die Kneipp-Therapie“, berichtet Projektmanagerin Dr. Diana Jedlicka vom städtischen Fachdienst Tourismus, Gesundheit und Kultur. „Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps gilt seit 2015 als immaterielles Kulturerbe“, sagt Dr. Jedlicka weiter. „Kneippen schafft Wohlbefinden und liegt im Trend.“