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Stadtarchiv digitalisiert historische Adressbücher

Die historischen Adressbücher des Stadtarchivs Hildesheim liegen nun in digitaler Form vor. Foto: oh/Stappenbeck/GWLB

Wer sich mit der Geschichte der eigenen Familie , bestimmter Branchen oder auch öffentlicher Einrichtungen in Hildesheim beschäftigen möchte, findet in den historischen Adressbüchern der Stadt einen idealen Einstieg. Diese sind im Stadtarchiv vorhanden und können dort eingesehen werden. Um diese Quellen besser nutzbar zu machen, hat das Stadtarchiv in Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und mit Finanzierung der VGH Stiftung, die Fördermittel in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung stellte, die Adressbücher von 1827 bis 1945 digitalisieren lassen. Diese sind jetzt im Internet frei zugänglich.

Historische Adress- und Einwohnerbücher sind bedeutende Quellen der Sozial-, Wirtschafts- und Stadtgeschichte, die sowohl bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern gefragt sind. Sie gehören daher zu den meistgenutzten Beständen des Stadtarchivs Hildesheim und bieten einen Einstieg in genealogische wie regionalgeschichtliche Forschungen, lassen Rückschlüsse auf an einem Ort vertretene Berufe, Behörden, Dienstleistungen etc. zu, deren Entwicklung durch die verschiedenen Jahrgänge beobachtet werden kann. Zudem sind vielen Jahrgängen auch Stadtkarten beigefügt, so dass auch die Entwicklung des Stadtbildes nachvollzogen werden kann.

Sind mit dem Ergebnis der Kooperation hochzufrieden (v. l.): Sven Knigge (VGH Regionaldirektor Hannover/Hildesheim), Dr. Arne Butt (VGH Stiftung), Dr. Christoph Valentin (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek), Sabine Boltzendahl (Stadt Hildesheim, Wissenschaftliche Bibliotheken/Museumsbibliotheken) und Prof. Dr. Michael Schütz (Stadt Hildesheim, Fachbereichsleiter Archiv und Bibliotheken). Foto: oh/Stadt Hildesheim

Das Stadtarchiv Hildesheim verfügt über viele Jahrgänge der Adress- und Einwohnerbücher des Stadtgebiets Hildesheim und des Moritzberges. In einer Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek und mit der finanziellen Unterstützung der VGH Stiftung konnte das Stadtarchiv die Jahrgänge bis 1940 digitalisieren und in den Digitalen Sammlungen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Unter der Rubrik Niedersächsische Adressbücher sind dort nun neben den Hannoverschen Adressbüchern auch die Hildesheimer Adressbücher zu finden: www.gwlb.de/niedersaechsische-adressbuecher

Für das Projekt wurden 83 Jahrgänge mit insgesamt ca. 37.000 Seiten, die zwischen 1827 und 1940 erschienen sind, digitalisiert. Die Digitalisierung erfolgte nach den Richtlinien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), um den Nutzerinnen und Nutzern die Adressbücher in durchgehend hoher Qualität zur Verfügung zu stellen. Mit den Adressbüchern wurden auch Beilagen digitalisiert, wie zum Beispiel die „Änderung der Hausnummern“ im Jahr 1893 und insgesamt vier „Verzeichniss[e] der Fernsprechteilnehmer“ in den 1930er-Jahren. Ab dem Jahr 1891 sind in vielen Bänden Stadtpläne enthalten.

In den Jahren 1927 und 1928 sind in dem Adressbuch nicht nur die Einwohner des Stadtgebietes verzeichnet, sondern auch die aus „Hildesheim Land“. Für das Jahr 1924/25 konnte das Adressbuch des Landkreises Hildesheim ebenfallsdigitalisiert werden. Jedes digitale Adressbuch verfügt über ein virtuelles Inhaltverzeichnis zum bequemen Navigieren. Der Text der Adressbücher ist großenteils dank einer OCR (optical character recognition) im Volltext hinterlegt, so dass nach einzelnen Begriffen wie Personen- oder Straßennamen gesucht werden kann.

„Die Adressbücher der Stadt Hildesheim sind eine vielgenutzte Quelle für die genealogische und regionalgeschichtliche Forschung. Sie stehen deswegen frei zugänglich in einer Kopie im Lesesaal. Das Stadtarchiv Hildesheim freut sich sehr, durch die Zusammenarbeit mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek diesen Bestand nun online einem noch größeren Interessentenkreis und noch einfacher als bisher zugänglich machen zu können“, so Professor Dr. Michael Schütz (Stadt Hildesheim, Fachbereichsleiter Archiv und Bibliotheken).

Dr. Christoph Valentin (Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek) ergänzt: „Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek sieht es als eine wichtige Aufgabe an, andere Kulturerbeeinrichtungen in Niedersachsen bei der Digitalisierung ihrer Bestände zu unterstützen. Ich freue mich, dass die historischen Adressbücher einer der wichtigsten Städte unseres Landes nun weltweit zugänglich sind. Das Projekt war ein voller Erfolg, auch weil die Kolleginnen und Kollegen des Stadtarchivs Hildesheim es mit Leidenschaft vorangetrieben haben.“

Dr. Arne Butt (VGH Stiftung) ist überzeugt: „Geschichtsinteressierte brauchen einen einfachen und barrierefreien Zugang zu Quellen – die Digitalisierung der Adressbücher der Stadt Hildesheim ist daher ein richtiger und wichtiger Schritt, den die VGH Stiftung gerne unterstützt hat.“